Poordrainage

Wasser ableiten oder speichern?

13 August 2026

Wasseransammlungen auf Greens werden oft direkt mit der Entwässerung in Verbindung gebracht. Doch die Lösung liegt nicht immer darin, das Wasser schneller abzuleiten. Laut Ruud de Deugd von VGR Equipment ist es mindestens ebenso wichtig, zu betrachten, wie das Wasser in den Boden eindringt und sich durch das Bodenprofil bewegt. Schließlich verfügt nicht jedes Golfgreen über ein Entwässerungssystem. Auf solchen Grreens muss der Boden über eine ausreichende Kapazität verfügen, um Niederschläge vorübergehend zu speichern. Je größer die Wasserrückhaltefähigkeit des Bodens ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Regenwasser an der Oberfläche stehen bleibt.

Poordrainage

In der Praxis entsteht ein Problem, wenn sich der Boden verdichtet. Die Speicherkapazität nimmt dann ab, und Regenwasser kann nicht schnell genug in den Boden versickern. Die oberste Schicht wird gesättigt, was zur Bildung von Pfützen führt. Auffällig ist dabei, dass tiefer im Bodenprofil oft noch ausreichend Platz vorhanden ist, um Wasser zu speichern. Laut De Deugd ist es daher wichtig, nicht nur den Wasserabfluss zu betrachten. Die Verbesserung der vertikalen Wasserbewegung verdient mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit. Wenn Wasser schneller in tiefere Bodenschichten gelangen kann, wird das verfügbare Bodenvolumen besser genutzt.

Sandinjektion

Eine Technik, die darauf abzielt, ist die Sandinjektion. Dabei wird nasser Sand unter hohem Wasserdruck in den Boden injiziert. Dadurch entstehen vertikale Sandsäulen, die als vertikale Drainagen fungieren. Diese Sandsäulen tragen dazu bei, dass Wasser und Luft schneller durch die Wurzelzone strömen. Auf Greens, die mit einem Entwässerungssystem ausgestattet sind, sorgen die vertikalen Drainagen dafür, dass Regenwasser schneller die darunter liegenden Drainageleitungen erreicht. Die Entwässerung des Greens wird dadurch verbessert. Bei Greens ohne Drainage erfüllen die Sandsäulen eine andere Funktion. Dort erhöhen sie vor allem die Versickerungsgeschwindigkeit des Regenwassers. Das Wasser gelangt dadurch schneller in tiefere Bodenschichten, wodurch das gesamte Bodenprofil besser als vorübergehender Wasserspeicher fungieren kann. Die obere Wurzelzone trocknet schneller aus, während das gespeicherte Wasser später wieder für die Graspflanze verfügbar sein kann.

Ein verbesserter Wasserhaushalt ist nicht die einzige Auswirkung dieses Ansatzes. Die vertikalen Sandsäulen tragen auch zu einer besseren Sauerstoffversorgung der Wurzelzone bei. Dies kann eine tiefere Bewurzelung fördern und zu einem vitaleren Rasen beitragen. Für Greenkeeper bedeutet dies, dass die Verbesserung der Bodenstruktur mehreren Zielen gleichzeitig dienen kann: einer besseren Versickerung, einer besseren Belüftung und einer effektiveren Nutzung der verfügbaren Wasserspeicherkapazität. De Deugd betont, dass traditionelle Belüftungsmethoden weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Pflege bleiben. Gleichzeitig können sich die dabei entstandenen Poren durch natürliche Setzung und intensive Nutzung relativ schnell wieder schließen. Bei der Sandinjektion verbleiben sandgefüllte vertikale Drainagen im Profil. Dadurch entsteht eine dauerhaftere Verbindung zwischen der Spielfläche und den darunterliegenden Bodenschichten. Zudem bleibt die Beeinträchtigung der Spielfläche begrenzt. Das ermöglicht es, die Maßnahme während der Saison häufiger durchzuführen, ohne dass dies langfristige Auswirkungen auf die Bespielbarkeit hat. Laut De Deugd bietet dies Greenkeepern die Möglichkeit, die Pflege eher präventiv als reaktiv einzusetzen. „Anstatt erst dann aktiv zu werden, wenn Wasserüberlastung sichtbar wird, kann die Bodenstruktur während der Saison aufrechterhalten werden.“

„Ein gesundes Green beginnt mit einem gesunden Boden“

26 08 13 Water afvoeren of water bufferen topchanger in actie

VGR Equipment wendet diese Technik mit dem TopChanger XP an. Die Maschine injiziert nassen Sand unter hohem Wasserdruck in die Wurzelzone und legt so vertikale Sanddrainagen an. Die Technik ist als Ergänzung zu bestehenden Pflegemaßnahmen gedacht. Sie kann auf Greens mit Drainage eingesetzt werden, aber auch an Standorten, an denen gerade die Erhöhung der Wasserrückhaltefähigkeit im Vordergrund steht. Welcher Ansatz letztendlich am besten geeignet ist, hängt laut De Deugd von verschiedenen Faktoren ab. „Dabei spielen unter anderem der Bodenaufbau, der Gehalt an organischer Substanz, die vorhandene Filzschicht und der Zustand des bestehenden Entwässerungssystems eine wichtige Rolle.“ Sein Rat an Greenkeeper lautet daher, nicht ausschließlich auf den Wasserabfluss zu achten. „Ein gesundes Green beginnt mit einem gesunden Boden. Indem man auch der Versickerung, der Belüftung und der Wasserspeicherung in der Wurzelzone Beachtung schenkt, können sich Golfplätze besser auf extremere Wetterbedingungen vorbereiten, während die Spielqualität während der Saison auf einem hohen Niveau bleibt.“

Artikel von Wijnand Meiboom (Greenkeeper - NWST)

Wünschen Sie weitere Informationen? Kontaktieren Sie uns

Copyright 2026 VGR Equipment. All Rights reserved
Sluiten